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	<title>Arrangement Archive - Nadine de Macedo</title>
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	<title>Arrangement Archive - Nadine de Macedo</title>
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		<title>Song Strukturen verstehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nadine]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Feb 2024 19:10:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mit meinen Mitmusiker*innen rede ich häufig über Melodien, Texte und Instrumente, aber nur sehr selten über Stukturen. Dabei sind Strukturen ein wichtiger Bestandteil des Songwritings, da diese darüber entscheiden, ob unsere Hörer bis zum Ende dabei sind oder nicht. Dieser Artikel beinhaltet eine Übersicht der gängisten Strukturen und hilft, neue zu finden. Song Bestandteile und ihre Funktion Wenn du gerne moderne Musik hörst, wirst du herausgefunden haben, dass vereinzelte Bestandteile wiederholt werden. Analysiere die Texte und Akkorde, um herauszufinden, was typischerweise wann kommt. Ich bin mit elektronischer Clubmusik aufgewachsen, wo jeder Song über 8 Minuten lang war. Da war es üblich, dass jeder Part durch 32 oder 16 teilbar war. In der Pop und Rockmusik findet man Strukturen von 8 oder 16 Takten, während man im Blues eher zu 12 oder 16 Takten neigt. Es gibt keine klare Regel, das sind nur Empfehlungen, die gut bei den Hörer*innen, Musiker*innen und DJs ankommen. Natürlich kann man auch unterschiedliche Länge probieren, solange die gleichen Teile die gleiche Länge haben. Hier ein kurzer Überblick der einzelnen Bausteine und ihre Bedeutung für den Song. Intro (I) Wenn der Song ein Intro besitzt, ist es immer der erste Teil. Deswegen gibt es davon auch nur ein Intro pro Song. Man nutzt Intros um Atmosphäre aufzubauen oder auf den nächsten Teil aufmerksam zu machen. Als Daumenregel halte ich fest: Je länger ein Song, desto länger das Intro. Trotzdem sollte ein Intro nicht länger als ein Drittel der gesamten Songlänge ausmachen. Ein gutes Beispiel in meiner Discographie ist der Progressive Metal Song &#8222;Truth&#8222;. Wir erzeugen die Atmosphäre mit Synthesizern und einer tickenden Uhr. Outro oder Coda (O) Gegensätzlich zum Intro, und doch irgendwie ähnlich ist das Outro. Das ist das Ende eines Songs, das ebenfalls eine Atmosphäre schafft, aber die Spannung senkt. Wenn man den Song als eine Reise wahrnimmt, wird auch klar, dass das Outro nicht dieselbe Stimmung haben muss wie das Intro. Im Sprachgebrauch wird auch häufig das Wort Coda benutzt, wobei es für mich nicht ganz das Selbe ist. Eine Coda ist für mich eine besondere Art des Outros, das sich an das Refrain anlehnt, wie z.B. bei meinem Song &#8222;Fit Right In&#8220;. Die letzten Takte werden wiederholt und verlangt gespielt (Ritardando). Technisch könnte man auch den Schlussakkord als Coda bezeichnen. Strophe oder Verse (V) Die Strophe ist ein Kernelement des Songs. Normalerweise haben alle Strophen dieselbe Metrik und dieselbe Melodie, aber einen anderen Text. Der Zweck einer Strophe besteht darin, eine Geschichte zu erzählen. Wenn man alle Refrains aus dem Song rausnimmt, liest sich der Songtext wie ein Gedicht. Ein üblicher Popsong hat zwei bis drei Strophen. In Folk Balladen wird man auch Strukturen mit mehreren Strophen finden. Refrain oder Chorus (C) Ein weiterer zentraler Bestandteil ist der Refrain. Er taucht mindestens zweimal auf und zeichnet sich durch eine äußerst eingängige Melodie (Hookline) oder Akkordfolge aus. Normalerweise ist sind die Akkordfolgen von Refrain und Strophen unterschiedlich. Die Refrains sind oft zueinander identisch, aber es gibt auch Ausnahmen, wo Melodie und Rhythmus gleich bleiben, aber der Text ausgetauscht wird. Solo (S) Die meisten Rock und Metal Songs haben mindestens ein Solo. Häufig handelt es sich um eine emotionale, komplexe und schwebende Lead Gitarre, auf die man gegen Ende des Songs sehnsüchtig wartet. Es können natürlich auch andere Instrumente sein, aber im Vordergrund steht eine Improvisation. Oft wird die Melodie auf denselben Akkorden wie der Refrain gespielt, aber manchmal kann das Solo auch komplett eigene Wege gehen. Achtung bei Blues und Jazz. Obwohl es dort mehrere Soli gibt, heißt es nicht, dass die Struktur mehrere Solo Parts besitzt. Wechseln sich Gesang und Instrumentalist ab, nennen wir den Part gewöhnlich nicht Solo. Bridge (B) / Middle 8 Um zu viele Wiederholungen der Strophe-Refrain-Struktur zu vermeiden, benutzen viele Songwriter*innen eine Bridge (im Englische auch Middle 8 &#8211; für acht Takte) im letzten Drittel des Songs. Hierbei handelt es sich um eine Melodie und Akkordfolge, die sich bewusst von Refrain und Strophe löst und dadurch Spannung erzeugt. Im Songtext geht es häufig um einen Wendepunkt der Geschichte. Pop Musik &#8211; insbesondere Balladen &#8211; nutzen die Bridge um die Tonart zu verändern (Modulation). Eine typische Bridge hört ihr in meinem Song &#8222;Going My Way&#8220;, dort wo &#8222;I wanna scream out&#8220; gesungen wird. Ihr erkennt sie sofort an der Änderung der Akkorde und Rhythmen. Post-Chorus (PostC) / Interlude Hierbei handelt es sich um eine einfache, äußerst eingängige Melodie, die nach dem Refrain gespielt wird. In der elektronischen Musik ist es oft ein Synthesizersolo das sich der Refrain Melodie anpasst, mittlerweile findet ihr dieses Konzept auch in anderen Genres. Häufig ist der Post-Chorus instrumental, aber es können auch mehrmals wiederholte Worte sein. Ein typisches Beispiel findet ihr in meinem Song &#8222;Where does it end?&#8220;, wo Synthesizer und Lead Gitarre eine Melodie aus dem Intro spielen. Der Part wird manchmal auch Interlude genannt, insbesondere wenn danach die nächste Strophe folgt. Pre-Chorus (PreC) / Mini Bridge Viele Pop Songwriter*innen verbinden Strophe und Refrain durch einen Pre-Chorus, die manchmal auch Mini Bridge genannt wird. Dieser Baustein hat 2-8 Takte und bietet gute Möglichkeiten um Tonart und Tempo zu ändern. &#8222;Don&#8217;t tell me if it hurts&#8220; hat einen sehr starken Pre-Chorus, der mit &#8222;Does your heart skip a beat…&#8220; beginnt. Hier sieht man auch den Zweck dieses Bestandteils: Man setzt ein Fragezeichen, das vom Refrain aufgelöst wird. Drop (D) / Breakdown Mit Breakdown ist eine Ruhephase (Anticlimax) gemeint, bevor der Song in einer vollkommen anderen Richtung weitergeht. Mein Song &#8222;The Awakening&#8220; hat eine sehr lange Pause, wo orchestrale Elemente in den Song fließen. Früher war dieser Begriff eher in der elektronischen Musik geläufig, doch nun findet man Drops und Break Downs auch im Metalcore oder Pop. Der Unterschied zwischen den beiden Begriffen ist lediglich ihre Länge und Intensität. Drops sind kürzer und sprunghafter. Übliche Schemata Verse Chorus in der Pop Musik Ich nenne mich Songwriter*in der Popmusik, weil ich mich überwiegend an diese Schemata und Strukturen halte. Die Kombination aus Strophe, Refrain und Solo ist den meisten Hörer*innen geläufig und einfach zusammenzusetzen. Nicht jeder Pop Song hat ein Intro und ein Outro, aber alle haben eine Strophe und einen Refrain. Hier einige Variationen: Das klassische Rondo Das Wort Rondo klingt schon fast wie rund und so ist es auch. In dieser mittelalterlichen Songstruktur, die übrigens auch in der klassischen und barocken Musik verwendet wird, tauchen mehrere Bestandteile häufiger auf. Die übliche Struktur sieht so aus: Wenn man A Chorus nennt und die anderen Teile Strophe, erhält man sogar eine Struktur, die in der modenen Musik auftaucht: Aus dem Schema brechen Pop Schemata sind einfach und für jeden verständlich. Auf Dauer können sie langweilig werden. Wenn es dir beim Songwriting nicht um charttaugliche Musik geht, kannst du mit den Strukturen experimentieren. Hier ein paar exotische Beispiele meiner Songs und Arrangements. Sleepless &#8211; Offenes Ende mit Solo Beginnen wir mit dem einfachsten Beispiel, wie man die Erwartungen von Hörern zerschmettern kann. &#8222;Sleepless&#8220; folgt einer üblichen Pop Struktur bis auf wenig Kleinigkeiten. (A) Es gibt einen Drop in den Storphen, (B) Der Refrain hört sich eher wie ein Pre-Chorus an und (C) Der Song endet mit einem Solo. Unsere Hörer warten auf einen Refrain, der nicht kommen wird. Und das ist pure Absicht, denn im Text geht es um Selbstmitleid und Schlaflosigkeit. Am Ende findet der Protagonist endlich zum Schlaf, deswegen ist das Ende ein erlösendes Solo. Das ist die Struktur:I &#8211; V &#8211; C &#8211; PostC &#8211; V &#8211; C &#8211; B &#8211; S &#8211; O Hero &#8211; Viele Tonartwechsel und ein zweigeteilter Refrain Obwohl wir uns auch bei &#8222;Hero&#8220; an eine Pop Struktur halten, gibt es Kleinigkeiten, die auch geübte Hörer*innen verwirren könnten, aber absichtlich passiert sind. Da die Strophe in F Dur geschrieben wurde, erwartet jeder einen Refrain in C-Dur. Statt dessen hüpfen wir zu D Dur, was sich komplett außerhalb der Tonart befindet und sind sofort beim modalen Songwriting gelandet. Der Refrain besteht zudem aus zwei Teilen. Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass das Intro mit einem Akkord sehr kurz ist und das Outro die Strophe aufgreift. Da der Song so komplex ist, hält sich der Rest an die Regeln.I &#8211; V &#8211; C1 &#8211; C2 &#8211; V &#8211; C1 &#8211; C2 &#8211; B &#8211; S &#8211; C1 &#8211; C2 &#8211; O September &#8211; Zwei verschiedene Refrains &#8222;September&#8220; beschreibt eine Geschichte von Anfang bis Ende. Musikalisch besteht er zwar nur aus 4-5 Akkorden, aber wir haben viele Strophen und Refrains, die textlich nicht identisch sind. Das Herausstechende an diesem Song ist, dass es einen zweiten Chorus gibt (&#8222;I&#8217;m turning back, you twist my neck&#8220; etc.), der vor und nach der Bridge auftaucht. Das ergibt folgende Struktur:I &#8211; V1 &#8211; C1 &#8211; Interlude1 &#8211; V2 &#8211; Interlude2 &#8211; C1 &#8211; C2 &#8211; S &#8211; B &#8211; C1 &#8211; C2 &#8211; O Truth &#8211; Ein Song in Kapiteln Die mit Abstand seltsamste Struktur hat der Song &#8222;Truth&#8222;. Er hat nämlich keine Strophen, keinen Refrain, ABER wiederkehrende musikalische Themen. Wenn man genau hinhört, wird man das Klavierthema das Intros von mehreren Instrumenten an mehreren Stellen wiederfinden. Diese Einzelheiten sind nicht einfach zu finden, weil wir mehrmals die Taktart, das Tempo und die Tonart wechseln und die Melodie natürlich daran angepasst werden muss. Wir haben uns bewusst gegen einen Refrain entschieden, weil der Song eine Geschichte in Kapiteln erzählt. Die Struktur ist folgende:I1 &#8211; I2 &#8211; C1 &#8211; Interlude &#8211; V1 &#8211; Interlude2 &#8211; D1 &#8211; Interlude3 &#8211; V2 &#8211; V3 &#8211; S1 &#8211; S2 &#8211; D2 &#8211; S3 &#8211; V4 &#8211; D3 &#8211; C1 &#8211; S4 &#8211; Interlude2 &#8211; C2 &#8211; O Spiele herum mit der Struktur Wenn du gerade erst mit dem Songwriting angefangen hast, solltest du dich erstmal die Pop Schemata wagen. Doch wenn es dir zu langweilig wird, spricht nichts dagegen die Muster aufzubrechen. Es gibt keine Regeln in der Kunst, lediglich Empfehlungen. Im schlimmsten Fall sind die Zuhörer*innen verwirrt und schalten nach 30 Sekunden ab. Andere Ohren sind offen für exquisite Strukturen, wie sie im Progressive Rock vorkommen. Wenn das Werk gut aufgenommen und dokumentiert wurde, kann man die Struktur im Nachhinein immer noch ändern.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.nadinedemacedo.com/musik/song-strukturen-verstehen/">Song Strukturen verstehen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.nadinedemacedo.com">Nadine de Macedo</a>.</p>
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		<title>Meine Rolle in der Musik</title>
		<link>https://www.nadinedemacedo.com/musik/meine-rolle-in-der-musik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nadine]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 May 2023 14:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Arrangement]]></category>
		<category><![CDATA[Fakten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den letzten Monaten habe ich viele Anfragen von talentierten Musiker*innen aus der ganzen Welt erhalten. Viele Anfragen führen zu wunderbaren musikalischen Zusammenarbeiten, doch manchmal muss ich sie ablehnen, weil es manchen Personen nicht klar ist, welche Rolle ich in der Musik habe. So beschloss ich einen Post zu veröffentlichen, um zu klären, was ich tue und was nicht. Alle meine Songs führen eine äußerst ausführliche Liste an Credits. Ihr werdet mich dort überwiegend als Komponistin, Arrangeurin und Produzentin finden. Ich schreibe Songs für volle Bandbesetzungen und suche nach Sänger*innen und Instrumentalist*innen, die sie aufnehmen. Alle Songs beginnen als rohe Demo mit programmierten Instrumenten und werden an die jeweilige Band und Umfänge angepasst. Manchmal lasse ich einzelne Bestandteile bewusst heraus, sodass sich auch Platz für ein eigenes Solo oder einen eigenen Text finde. Außerdem schreibe ich mit anderen Songwriter*innen und Komponist*innen gemeinsam an Songs, wo wir uns in unterschiedlichen Parts oder Instrumenten austoben. Das biete ich an Das werde ich nicht tun Hoffentlich hat mein Blogpost für Klarheit gesorgt. Kurz zusammengefasst mache ich Komposition, Arrangement, Produktion, Texte &#8211; manchmal spiele ich auch das ein oder andere Instrument.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.nadinedemacedo.com/musik/meine-rolle-in-der-musik/">Meine Rolle in der Musik</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.nadinedemacedo.com">Nadine de Macedo</a>.</p>
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		<title>Songwriting in verschiedenen Musikstilen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nadine]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Dec 2022 19:16:18 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Musikproduktion]]></category>
		<category><![CDATA[Songwriting]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie sehr unterscheiden sich Songwriting und Produktion von elektronischer Musik und handgemachter Musik? Es gibt mittlerweile so viele verschiedene Musikgenres, dass eine pauschale Aussage unmöglich ist. Daher beschränke ich diesen Post auf meine Erfahrungen im Bereich Pop, Rock, Metal und EDM. Lest hier, was mir als Songwriterin durch den Kopf ging, als ich mich von der elektronischen Musik in die handgemachte Musik stürzte. Das Problem mit den Musikgenres Man schätzt, dass es über 1000 Musikrichtungen gibt. Jede einzelne besticht durch eine Instrumentierung, Arrangement, Gefühl, Tempo oder Harmonie. Vor nicht allzu langer Zeit konnte man leicht Songs in Schubladen stecken. Elektrische Gitarren waren ein klares Zeichen für Rockmusik, wie Synthesizer für elektronische Musik. Der Blues bestand aus einem 12-Takt Schema, während Popmusik zu einem Synonym für Radiomusik wurde. Diese Tage sind vorüber. Fast jedes Lied ist eine wilde Mischung aus unterschiedlichen Musikrichtungen, sodass es fast unmöglich ist, die Stile korrekt zuzuordnen. Trotzdem ordnen wir Songs Musikstilen zu, um der Zielgruppe zu erklären, was sie grob erwartet. Mein musikalischer Hintergrund Schon als Kind habe ich Popsongs zu schreiben. Da ich nur Klavier spielen konnte, war es für mich unmöglich ein Arrangement für eine komplette Band zu schreiben. Auf der ständigen Suche nach Gitarrist*innen und Sänger*innen zögerte sich mein Ziel, Popmusik zu produzieren, immer mehr heraus. Also begann ich mit der elektronischen Tanzmusik, kurz EDM. Viele Jahre lang habe ich gelernt, wie man Synthesizer bedient, Schlagzeug programmiert, Automationen setzt, mischt oder mastert. Als ich 16 war, gründete ich meine Internetband The Verge. Sie war die Eintrittskarte in den Alternative Rock und Punk Rock. Mittlerweile habe ich mich als Songwriterin in 40 unterschiedlichen Musikrichtungen zwischen Pop, Rock, Elektro, Metal, Ambient und Blues ausgetobt. Wenn mich jemand fragt, was ich für Musik schreibe, würde ich wahrscheinlich &#8222;alles, was ich mag&#8220; antworten. Ich beschränke mich nicht auf Genre, Themen, Sounds oder Modeerscheinungen. Wahrscheinlich würde ich mich als Indie-Songwriterin bezeichnen, weil ich mich im Großen und Ganzen an die Strukturen der Popmusik halte, aber keinen massenkompatiblen Sound verfolge. Harmonie Es gibt viele Songwritingtechniken, mit denen man interessante Songs schreiben kann. Musiktheorie ist ein gutes Hilfsmittel für Songwriter, doch es ist nicht die einzige Möglichkeit. Viele Songs entstehen auch während Jam Sessions. Normalerweise habe ich gut 80&#160;% des Songs im Kopf, bevor ich eine Skizze schreibe. Allerdings kann ich nach so vielen Projekten mit verschiedensten Musikern in verschiedensten Genres auch behaupten, dass die Wahl der Instrumente einen großen Einfluss auf die Harmonien ausübt. Die Bedeutung von Instrumenten im Songwriting Mein bevorzugtes Instrument für Songwriting und Komposition ist das Klavier. Auch wenn C-Dur und G-Dur die einfachsten Tonarten für Tasteninstrumente sind, habe ich erstaunlich wenige meiner Songs in diesen Tonarten geschrieben. Der positive Klang gefällt mir einfach nicht. Eigentlich lässt sich fast jede Tonart auf dem Klavier gut spielen, solange man Doppelkreuze und große Intervallsprünge vermeidet. Fis-Dur, Gis-Moll, vereinzelte Blues-Skalen und Akkorde mit mehr als 4 Tönen finde ich schwierig zu greifen &#8211; manch geübter Jazzpianist dürfte darüber lachen. Ich mag es nicht, Songs auf dem Klavier zu transponieren, weil man alle Akkorde neu schreiben und lernen muss. Wer keinen Wert darauf legt, dass alles echt eingespielt ist, setzt auf digitale Kompositionstools, die das mit einem Klick erledigen. Alles, was maximal zehn Finger benötigt und sich innerhalb von zwei, drei Oktaven bewegt, ist auf dem Klavier angenehm zu spielen. Wer ausgezeichnet gut Klavier spielen kann, bewegt sich in rasender Geschwindigkeit über alle Oktaven und sämtliche Tonarten. Gitarre spielen eröffnete mir die Welt der Sext- und Septakkorde. Im Vergleich zum Klavier klingen sie voller und sind häufig einfacher zu spielen. Wer aus dem Punk Rock oder Metal kommt bevorzugt Powerchords, die nur aus Grundton und Quinte bestehen. Mit den richtigen Effekten klingen diese Akkorde auf der E-Gitarre toll. Auf dem Klavier funktionieren diese Akkorde für mich nicht, aber ich kenne einige, die sie nutzen. Während ich andere Songs coverte, fiel mir eine überdurchschnittliche Häufung der Tonarten e-Moll, a-Moll und D-Dur auf, da diese auf der Gitarre leicht zu spielen sind. Mit dem neuen Instrument wurde mir bewusst, dass man für das Melodiespiel nur 4 Finger zur Verfügung haben (ausgenommen zweihändiges Tapping und Personen, die mit der Daumentechnik die Basssaite spielen). Manch Melodie, die auf dem Klavier einfach ist, bringt eine Gitarrist*in zum Schwitzen, da die Fingersätze sehr ungünstig liegen. Dasselbe dürfte auf den Bass zutreffen, weil die Spielweise und Stimmung ähnlich ist. Ich beneide Gitarristen um ihren Capodaster, ein HIlfsmittel, das die Saitenlänge verkürzt, also nach oben transponiert. Dadurch kann man Akkorde in einer anderen Tonart greifen, als sie erklingen. Was würde ich dafür geben, so ein Tool für ein Klavier zu besitzen! Blechblas- und Holzblasinstrumente haben einen sehr beschränkten Tonumfang, der auch von dem*der Spieler*in abhängt. Die Songs müssen für diese Tonarten optimiert werden, weil sie sonst nicht spielbar sind. Oder man muss Instrumente unterschiedlicher Stimmung oder Lage einsetzen. Wenn wir schon beim Thema Stimmung sind, möchte ich darauf hinweisen, dass Violinen, Mandolinen und Ukulelen nicht dieselbe Stimmung wie Gitarren haben, obwohl es auch Saiteninstrumente sind. Manchmal ist die Auswahl der Tonart und Harmonie auch durch technische Randbedingungen beschränkt. Epische Orchestermusik wird am Rechner auch mal mit 16 gleichzeitig erklingenden Tönen komponiert, was nicht auf Dance Syntheisizern funktioniert. Außerdem ist nicht jede Umkehrung auf jedem echten Instrument spielbar. Songtexte Songtexten sind keine Grenzen gesetzt, aber vereinzelte Genre habe ihre Vorlieben. So wird man niemals einen Dance Song finden, der sich mit dem Genuss von Essen beschäftigt. In diesem Genre stehen Beziehungen, Party, Trauer, Hoffnungslosigkeit, Naturverbundenheit oder Gefühle ganz oben auf der Liste. Im Singer-Songwriter und Country hört man meistens Texte über Lebensabschnitte, Alltagsleben oder der Stadt, in der man aufgewachsen ist. Auch diese Themen sind im Pop und Rock zu finden, wenn seltener. Punk Rock Songtexte sind häufig ironisch oder politisch, was sich gut durch die Historie des Genres erklären lässt. Wenn man Zweifel hat, worüber man schreiben soll, ist Liebe ein Thema, das in jedem Genre funktioniert. Abgesehen von den Themen, fiel mir auf, dass sich Reimschemata und Metriken von Genre zu Genre unterscheiden können. In meinen frühen Tagen habe ich viel mit Dreizeilern und Fünfzeilern gearbeitet, was in vielen handgemachten Genres nicht funktioniert. Je eher man ich im Punk oder Grunge bewegt, desto direkter und kürzer können die Texte ausfallen. Häufig gibt der Rhythmus im wahrsten Sinne des Wortes den Ton an. Ich fand heraus, dass Raps verflucht schwierig zu schreiben sind, weil man hier ganz besonders auf die Reimschemata und Metriken aufpassen muss. Doppelreime und Dreifachreime sind nichts Außergewöhnliches. Popmusik ist irgendwo dazwischen. Man kann theoretisch über alles schreiben, wenn man die richtigen Gefühle hat und die Reime nicht zu offensichtlich klingen. Arrangement Wenn ihr mich fragt, liegt der größte Unterschied zwischen den Genres im Arrangement. Das hat nicht nur mit der richtigen Wahl der Instrumente zu tun, sondern auch mit der Struktur. Heutzutage scheinen Höhepunkt und Drop die zwei wichtigsten Elemente eines Songs zu sein. Richtig eingesetzt führen sie dazu, dass man den Song bis zum Ende hören möchte. Layering und Komplexität Layering ist eine bewusst eingesetzte Technik, um Instrumente breiter und durchsetzungsstärker scheinen zu lassen. In der elektronischen Musik wird dies überwiegend auf Bass und Synthesizer angewendet. Exakt dieselben Melodien werden von mehreren Synthesizern gespielt. Die melodische Komplexität hat stark nachgelassen, während Sounddesign stark im Kommen ist. Als ich mich zunehmend der Pop- und Rockmusik gewandt habe, bestanden meine Arrangements aus 12-20 Spuren. Grob um den Daumen gepeilt, wurde jedes Instrument doppelt aufgenommen. Für eine typische 5-Personen-Band werden heutzutage 40-100 Spuren aufgenommen. Ein Drittel davon sind nur Gesangsaufnahmen, mindestens 10 Spuren nur Schlagzeug. Was mich mit Abstand am meisten erstaunt hat, ist die Anzahl an Spuren, die man im späteren Mix kaum wahrnimmt. Diese Praktiken kenne ich bislang nur aus der elektronischen Musik &#8211; Wie kamen sie in die Rockmusik? Songaufbau Auch die Struktur von Songs hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm verändert. Ich erinnere mich noch an die Zeit in der Dance in einer VCVC (verse, chorus, verse, chorus) Struktur geschrieben wurde. Heute wäre es eher VVDCC, da der Drop (hier als D gekennzeichnet) eine zentrale Rolle spielt. Wenn man die progressive Musik außer Acht lässt, waren Songlängen von 6:30 &#8211; 11:00 normal, während heute 2:00 bis 2:30 gespielt werden. Immer häufiger findet der Wendepunkt (Bridge) weg, sodass sich elektronische Musik zunehmend auf einen guten Drop und eine ausdrucksstarke Melodie (Hookline) fokussiert. Doch auch in der Pop- und Rockmusik hat sich die Songlänge verkürzt. Da ich in den späten 90ern und 00ern aufgewachsen bin, bin ich eine Länge von 4:30 gewöhnt. Heutzutage höre ich 3:00 &#8211; 3:40. Innerhalb dieser Länge findet man VCVCBC (verse, chorus, verse, chorus, bridge, chorus) oder CVCVBCC (chorus, verse, chorus, verse, bridge, chorus, chorus) Strukturen. Die kürzere Songlänge führt auch hier dazu, dass die Bridge zunehmend an Bedeutung verliert. Lustigerweise mogelt sich ein sogenannter Pop Drop in die heutige Popmusik hinein. Es ist eine verkürzte Variante von dem, was in der elektronischen Musik einen kompletten Richtungswechsel andeutet. Wer sich von unterschiedlichen Musikrichtungen inspirieren lässt, wird neue Strukturen kennenlernen und annehmen. Sounddesign Fast jeder EDM Produzent redet über Sounddesign. Neue Klänge mit neuen Synthesizern zu erschaffen und ganz viele Spuren übereinander zu legen ist zu einem Sport in dieser Szene geworden. Wer einen neuen Sound erfunden hat, wird kopiert. Umso interessanter ist, dass sich nun auch die Popmusik intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Elektronische und moderne Rock-Produktionen, in denen Synthesizer eine verstärkte Rolle spielen, kommen kaum noch ohne Sounddesign aus. Ich wurde hellhörig, als ich ausgerechnet von Gitarristen der Rock- und Metalmusik das Wort Sounddesign hörte. Die Effektkette auf elektrischen Gitarren kann beliebig kompliziert werden. Es geht nicht mehr um Verstärker und Verzerrung. EQs, Kompression, Delay, Flanger, ja, auch ein Bitcrusher können komplett neue Komponenten in den Gitarrensound bringen. Bislang kannte ich diese Geräte nur aus der elektronischen Musik. Synthetische Musik und handgemachte Musik verschmelzen zunehmend. Zumindest im Thema Sounddesign scheint man aus beiden Welten das Beste mitgenommen zu haben. Mixing Ich habe Mix und Master anhand elektronischer Musik gelernt. Als ich in die Rockmusik gewechselt bin, hätte ich NIEMALS erwartet, dass mein Ergebnis so viel anders klingt als das von Engineers, die im Rock aufgewachsen sind. Musiker handgemachter Musik legen viel mehr Wert auf die Aufnahmequalität. In der analogen Welt gibt es sogar Unterschiede, mit welchen EQs und Verstärkern man arbeitet. Doch auch hier zieht die digitale Welt nach. Der größte Unterschied zwischen den Genres ist mir aufgefallen, als es um Raumeffekte ging. Es scheint, als würden Produzenten elektronischer Musik eher Sounddesign betreiben als die physikalischen Hintergründe kennen. Man höre sich nur mal den Hall auf einer Gesangsaufnahme an. Wenn man diese in Echt nachstellen würde, müsste man den Gesang in einem gläsernen Dom aufnehmen. In diesem Bereich habe ich also noch sehr viel Neues zu lernen. Die Musikrichtungen ähneln sich mehr als man glaubt! Ganz gleich, wo die musikalischen Wurzeln liegen &#8211; In der heutigen Zeit sollte man sich nicht zu sehr auf einen Stil beschränken. Heutige Musik ist sowieso ein wilder Stilmix. All diese Klänge und Überlegungen im Sounddesign, Mixing und Co wären nicht entstanden, wenn man sich nicht außerhalb seiner Komfortzone gewagt hätte. Ich muss nur daran denken, wie Gitarristen Effekte verwenden, die ich eher in der elektronischen Musik vermutet hätte. Wieso sollte ein Musikproduzent der elektronischen Musik sich nicht mit Röhrenverstärkern befassen? Es scheint kein &#8222;falsch&#8220; oder &#8222;richtig&#8220; zu geben. Die einzelnen Musikrichtungen sind eher Konventionen, die sich aus Hörgewohnheiten ergeben haben. Manche Techniken sind nur in einer Szene bekannt und führten zu einem gewissen Sound. Wer mit unterschiedlichen Strukturen, Melodien, Effekten und Themen arbeitet, kann sich einen viel größeren Raum an Möglichkeiten eröffnen. Also, wieso sollte man sich dann noch an Konventionen halten?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.nadinedemacedo.com/musik/songwriting-in-unterschiedlichen-musikrichtungen/">Songwriting in verschiedenen Musikstilen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.nadinedemacedo.com">Nadine de Macedo</a>.</p>
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		<title>Warum Arrangeure unterschätzt werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nadine]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Nov 2022 10:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn Personen über einen Song sprechen, loben sie meist die Interpret*innen, Sänger*innen oder Solist*innen. Leider hört man kaum Personen über Songwriter*innen, Komponist*innen, Texter*innen und Produzent*innen sprechen. Falls ihr das Wort Arrangeur / Arranger noch nie gehört habt: Es ist eine Person, die über die Instrumentierung und Struktur des Songs entscheidet. Wird der Sänger von einem Klavier oder einer Gitarre begleitet? Wann setzen die Streicher ein? Sollen Hintergrundsänger*innen den Song begleiten und wenn ja, wie genau? Was ist der Unterschied zwischen Arrangeur*in und Komponist*in? Ein*e Komponist*in schreibt Melodien, Akkorde und manchmal sogar den Text &#8211; Eine Arrangeur*in kann diese Komposition in mehrere verschiedene Songs und Versionen umgestalten. Dafür werden Instrumente, Ausdruck, Dynamik, Stimmung, Struktur, Länge, Phrasierung und Tonart verändert. Derselbe Song kann dadurch eine ganz andere Stimmung erhalten. Selbst wenn die besten Musiker*innen und Produzent*innen aufeinandertreffen, benötigt man eine guten Arrangeur*in, um eine Komposition in einen Hit zu verwandeln. Sonst endet der Song in einer langatmigen, zehnminütigen Odyssee. Wenn man sich das Kleingedruckte von CD Booklets durchliest, wird man selten Angaben zu Arrangeur*innen finden. Meistens fällt diese Rolle mit Dirigent*innen, Produzent*innen oder Songwriter*innen zusammen. Wenn ihr das nächste Mal einen Song hört, versetzt euch in diese Rolle hinein. Wie klingt der Song in einem anderen Genre oder mit einer anderen Instrumentierung? Die spezielle Fähigkeit der Arrangeur*innen ist Menschenkenntnis Was ich am Arrangieren ganz besonders liebe, ist die Herausforderung, einen Song für eine Band anzupassen. Man muss die Stärken und Schwächen der einzelnen Mitglieder kennen, um den optimalen Punkt zu finden. Hinzu kommen zahlreiche Nebenbedingungen wie Tonumfang, technische Expertise oder Genre. Aus heutiger Sicht würde ich niemals einen Song geben, der genau so nach Noten gespielt wird. Ihr könnt euch eine Arrangeur*in auch als eine Person vorstellen, die den Song für ein Publikum anpasst. Besonders bei der Filmmusik spielt es eine große Rolle, wie eine Szene musikalisch untermalt wird. Tempo, Stimmung und die Frage nach dem Höhepunkt machen vieles aus. Für mich sind Arrangeur*innen die Dirigent*innen von aufgenommenen Material. Ich hoffe, dass ich mit diesem Blogbeitrag den Blick für Arrangeur*innen schärfen konnte. Sie sind genauso wichtig wie Interpret*innen, Sänger*innen und Solist*innen. Man glaubt kaum, wie viele Personen und Rollen an einem Song beteiligt sind, und alle bedürfen Aufmerksamkeit. 🙂</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.nadinedemacedo.com/musik/warum-arrangeure-unterschaetzt-werden/">Warum Arrangeure unterschätzt werden</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.nadinedemacedo.com">Nadine de Macedo</a>.</p>
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		<title>Schreiben Songwriter Musik, die sie hören?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nadine]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Nov 2021 15:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Arrangement]]></category>
		<category><![CDATA[Komposition]]></category>
		<category><![CDATA[Songwriting]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Häufig werden Songwriter*innen nach ihren Einflüssen gefragt. Manchmal stimmen Einflüsse und eigene Musik nicht überein. Wie können Songwriter*innen einzigartige Musik schreiben, obwohl sie von anderen Künstler*innen beeinflusst werden? Eine Diskussion über Songwriting und Musikgeschmack. Als auf Instagram einen Post über meinen Musikgeschmack veröffentlichte, waren einige Follower überrascht, dass die Musik viel härter war, als das, was ich komponiere. Natürlich werden Songwriter*innen von der Musik beeinflusst, die sie gerne hören, aber der Einfluss lässt sich vielseitig verarbeiten. Wie Songs Songwriter beeinflussen Wenn ich mich mit meinen nicht musizierenden Freunden unterhalte, habe ich häufig den Eindruck, dass Musiker*innen Musik anders hören und verarbeiten. Man kann jeden Song mit anderen Ohren wahrnehmen. Nimm dir einen Song und achte immer auf einen anderen Aspekt: Emotionen, Songtext, harmonische Struktur oder Arrangement. Du wirst feststellen, dass nicht jeder Song auf jeder Ebene vorhersehbar und konsistent ist. Mich persönlich sprechen Songs mit widersprüchlichen Aspekten an, doch viele Personen schreckt es ab. Stellt euch einen Liebesbrief vor, der von einem Metal Core Sänger geschrien wird. Ich bin mir sehr sicher, dass dieser Song anders wahrgenommen wird als eine Pop-Ballade mit exakt demselben Text. Als Songwriterin und Komponistin ist es interessant, all diese Ebenen kennenzulernen und mit ihnen zu spielen. Wenn man das selektive Hören für sich entdeckt hat, wird man sich für andere Musikrichtungen und Themen öffnen. Ich liebe das Zusammenspiel aus melancholischen Akkorden, harten Riffs auf mittlerem Tempo. Dabei spielt es keine Rolle, ob es Epic Trance, Symphonic Metal, Pop oder klassische Musik ist. Solche Songs findet man in fast jeder Musikrichtung. Wer komplexe Arrangements mit vielen Instrumenten liebt, die gegenläufige Melodien spielen, wird sie unter anderem im Progressive Rock, Jazz, Trailer Musik oder auch im Drum and Bass finden. Wer Blues Schemen liebt, findet sie im Boogie-Woogie, Rock&#8217;n&#8217;Roll, Blues Rock oder in den Ursprüngen des R&#8217;n&#8217;B. Ich bin mir sicher, dass jede*r etwas Interessantes in (fast) jedem Genre finden wird und dadurch zu einem Songwriter mit unterschiedlichsten Einflüssen werden kann. Hättet ihr gedacht, dass meine Inspiration für meine Epic Trance Songs aus dem Symphonic Metal kamen? Physische und technische Grenzen Als Musiker*in wird man nicht imstande sein, beliebige Genre zu spielen oder zu komponieren. Aus mir wird niemals ein Arrangeur wie Hans Zimmer, Sänger wie Matt Bellami oder Gitarrist wie Devin Townsend. Wir alle mögen Idole haben, die weit über unsere Fähigkeiten hinaus gehen. Man kann sich viele Jahre Zeit nehmen und lernen auf diesem Niveau zu spielen &#8211; man kann diese Musik aber auch genießen. Unabhängig davon, für welchen Weg man sich entscheidet, werden sie dich als Songwriter*in beeinflussen. In der handgemachten Musik gibt es Hürden, die einem erst spät bewusst werden. Stellt euch vor, man hat als Gitarrist*in richtig Lust auf harte Riffs und investiert in gute Hardware und viele Jahre Unterricht. Das bedeutet nicht, dass man den Sound seiner Lieblingsband genau so spielen kann. Wenn du zaghaft die Saiten anschlägst, wirst du kaum Thrash Metal spielen lernen. Lohnt es sich, die Spieltechnik zu verändern, wenn deine Bandkolleg*in der Meinung ist, dass du Soli auf der Akustikgitarre äußerst gefühlvoll spielen kannst? Eine weitere natürliche Grenze ist die eigene Stimme. Gesangsunterricht mag dir helfen, deine Stimme besser zu kontrollieren, deinen Umfang zu erweitern oder etwas liebreizender oder aggressiver zu klingen &#8211; aber es wird deine Tenorstimme nicht denselben warmen, weichen Klang in den unteren Registern geben, den ein Bariton von Natur aus hat. Warum komponierst du Songs in einer Lage oder einem Stil, der dir nicht liegt? Für Karaoke mag das okay sein aber auf Dauer schädigst du nur deiner Stimme. Manchmal sind die einfachsten Dinge unsere größten Hürden. Als Dubstep und Hard House im Kommen war, wollte ich unbedingt solch einen Song produzieren. In der Hoffnung einen richtig harten Wobble Bass zu kreieren, schraubte an zahlreichen Synthesizern herum, doch es wurde nichts. Auch nach zahlreichen Tutorials kam nichts vorzeigbares heraus. Habe ich etwas falsch gemacht? Brauche ich einen besseren Synthesizer? Nein, definitiv nicht. Mir mangelte es schlichtweg an Kenntnissen im Sounddesign und an Geduld, diese nachzuholen. Aus jedem Synthesizer lässt sich ein toller Sound hervorbringen, wenn man weiß, wie sie im Detail funktionieren. Doch nicht jeder Synthesizer kann jeden Sound erzeugen. Das Bedürfnis etwas Neues zu schreiben Jede*r weiß, dass so gut wie jede Melody und Akkordfolge existiert. Trotzdem sehnen sich Songwriter*innen und Komponist*innen danach, etwas Neues zu erschaffen. Oder zumindest etwas zu schreiben, was man nicht hundertfach im Radio gehört hat. Viele Bands klingen in ihrer Anfangszeit nach ihren Idolen, bis sie irgendwann ihren eigenen Sound etabliert haben. Man kann einen angelehnten Stil auch verwenden, um ein Publikum aufzubauen. Allerdings sollte man es nicht zu offensichtlich tun, denn das Alleinstellungsmerkmal einer Band kann unter gewissen Umständen geschützt sein. Auf der Suche nach neuen Sounds, neuen Akkordfolgen und Strukturen passiert es, dass das Publikum die Einflüsse des Songwriters und der Songwriterin nicht mehr wiedererkennt. Gerade DAS macht deinen eigenen Sound aus, etwas was nur DU zustande bringst, weil niemand dieselbe Lebensgeschichte und denselben Geschmack in Kombination mit deinen Fähigkeiten hat. Warum solltest du dir Gedanken machen wie jemand anderes zu klingen, wenn du bereits dein Alleinstellungsmerkmal gefunden hast? Als ich mit Komposition und Musikproduktion angefangen habe, waren meine Einflüsse unverkennbar. Über die Jahre hat sich mein Musikgeschmack verbreitert. Als ich wahrnahm, dass ich unbewusst Sounds und Strukturen meiner Lieblingskünstler*innen kopiert habe, wurde es Zeit für einen Stilwechsel. Erst da begann ich etwas Eigenes zu machen. Und trotzdem kann man meine Einflüsse noch in meinem Songwriting hören! Die innere Stimme eines Songwriters Umso faszinierender finde ich die Frage, ob Songwriter*innen über die Jahre eine innere Stimme entwickeln. Was für eine Musik würdest du machen, wenn du alle Möglichkeiten hättest und viele Jahre lang keine Musik hören würdest? Jeder Songwriter*in hat ein paar Lieblingsthemen, Akkordfolgen, Tonarten, Effekte oder Gefühle, die sie oder ihn früher oder später beeinflusst hatten. Ich fand heraus, dass meine &#8222;innere Stimme&#8220; zu melancholischer Pop Rock Musik führt. Mittlerweile höre ich wesentlich härtere Musik, aber die Kombination aus Dreiklängen am Klavier, Arpeggios an der Gitarre, Power Chords, Streichern, klarem Gesang, einem eingängigen Refrain und einem harten Schlagzeug klingt nun mal automatisch nach Pop Rock. In wenigen Stunden könnte ich einen beliebigen Pop Rock Song schreiben, aber ich tue es nicht, weil es mich auf Dauer langweilt. So fordere ich mich heraus, indem ich mal härtere und mal weichere Musik schreibe oder Instrumente und Techniken nutze, die ich noch nicht beherrsche. Selbst wenn ich keinen Pop Rock schreibe, wird man die oben genannten Stilmerkmale in vielen Songs finden. Ich habe kein Alleinstellungsmerkmal, weil ich zu viele Genres schreibe und mit vielen Musiker*innen zusammenarbeite. Dadurch klingt jeder Song auch nach den Personen, mit denen ich zusammengearbeitet habe. Ich habe jedoch gewisse Vorlieben für Mixing und Mastering, zu denen mich auch mein Hörverhalten inspiriert hat. Werden Songwriter von der Musik beeinflusst, sie die hören? Ja und nein. Meiner Meinung nach gibt es ein paar Gründe, wieso sie eine gewisse Art von Songs schreiben: Songwriter*innen werden emotional und technisch durch ihre Idole beeinflusstWir nehmen Songs auf verschiedenen Ebenen wahr und können so die Technik von Band A und das Arrangement von Band B zu einem eigenen Stil verarbeiten. Physische und technische Grenzen schließen gewisse Genres und Techniken ausMan kann nicht das schreiben und produzieren, was einem nicht liegt oder technisch nicht machbar ist. Viele Songwriter*innen möchten etwas Neues erfindenEs macht einfach keinen Spaß etwas zu schreiben, was schon oft genug im Radio lief. Außer man ist Ghostwriter*in und verdient sein*ihr Geld damit, den Stil anderer zu kopieren. Das ist ein ganz anderes Handwerk. Songwriting ist eine persönliche emotionale ErfahrungSongwriter*innen schreiben Songs aus einem persönlichen Bedürfnis oder Gefühl. Diese Erfahrung ist individuell. Die innere Stimme eines Songwriters oder einer Songwriterin ist die persönliche WohlfühlzoneJede*r Songwriter*in hat einen Satz an Techniken, Themen und Arrangement wo er*sie sich einfach wohlfühlt und einen Song aus dem Ärmel schüttelt.</p>
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